Gleich drei FAU- Wissenschaftler haben einen Proof of Concept Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC) erhalten. Einer davon ist Gregor Fuhrmann, Professor für Pharmazeutische Biologie am Department Biologie. In dem mit 150.000 € geförderten Projekt will er Nanokapseln aus Bakterien herstellen und mit Antibiotika beladen.
Hintergrund ist, dass Antibiotikaresistenzen in den letzten Jahrzehnten rapide zugenommen haben und weltweit schätzungsweise 1,3 Millionen Todesopfer pro Jahr fordern. Deshalb wird nicht nur intensiv an neuen Antibiotika geforscht, sondern auch an Strategien, sie zielsicher an verschiedene Stellen des Organismus zu transportieren.
Gregor Fuhrmann hat dafür Myxobakterien ins Visier genommen. Die im Boden lebenden Bakterien bilden eine Vielzahl von Naturstoffen, die eine antibiotische Wirkung entfalten. „Unsere Idee ist es, Myxobakterien dazu anzuregen, Wirkstoffe gegen spezifische krankmachende Keime zu produzieren“, sagt Fuhrmann.
Zugleich arbeitet Fuhrmann daran, die neuen Antibiotika mit „Wirkstoff-Taxis“ zu transportieren. „Die Idee ist nicht neu, allerdings sind synthetisch hergestellte Kapseln häufig nicht biokompatibel, werden schnell aus dem Blutkreislauf entfernt und sind nicht sehr zielgenau.“ Um diese Probleme zu lösen, will der Apotheker die Antibiotika in Nanokapseln verpacken, die von den Myxobakterien selbst produziert werden: sogenannte extrazelluläre Vesikel. Das sind winzige, von einer Lipidmembran umschlossene Partikel, die auch von Körperzellen freigesetzt werden und als natürliche Transporter für Botenstoffe dienen.
„Durch diese Eigenschaft werden die Vesikel vom Körper nicht abgestoßen, zugleich sind sie in der Lage, selektiv mit Zielzellen zu interagieren“, sagt Gregor Fuhrmann. „Dies könnte ein wichtiger Schritt hin zu personalisierten Therapien werden.“
Kontakt
Prof. Dr. Gregor Fuhrmann
Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie
